PRESSE INFORMATION Stellungnahme des Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Brandenburger Theater GmbH zu aktuellen Bericht erstattung über das Brandenburger Theater
PRESSE INFORMATION
Stellungnahme des Vorsitzenden des Aufsichtsrates der
Brandenburger Theater GmbH zu aktuellen Berichterstattung über das
Brandenburger Theater
Mit Verwunderung nimmt der Aufsichtsrat der Brandenburger Theater GmbH Berichte und öffentliche
Äußerungen zur Kenntnis, wonach am Brandenburger Theater angeblich „51 Musiker 90 Verwaltungs-
mitarbeitern gegenüberstehen“. Diese Aussage wurde im Zusammenhang mit der Diskussion über die
zukünftige Finanzierung des Hauses öffentlich verbreitet. Sie ist nachweislich unzutreffend und geeig-
net, ein falsches Bild von den Strukturen unseres Theaters zu vermitteln.
Der öffentlich einsehbare Wirtschaftsplan der Brandenburger Theater GmbH für das Jahr 2026 weist
einen Stellenbestand von insgesamt 99,2 Stellen aus. Davon entfallen 51 Stellen auf die Musikerinnen
und Musiker der Brandenburger Symphoniker. Hinzu kommen 19,7 Stellen im technischen Bereich, die
für Bühnenbetrieb, Veranstaltungstechnik und die Sicherstellung des Spielbetriebs unverzichtbar sind.
Weitere 9 Stellen sind unmittelbar dem künstlerischen Veranstaltungsbetrieb sowie dem Orchester-
bereich einschließlich des Chefdirigenten zugeordnet und gewährleisten die organisatorischen und
künstlerischen Abläufe der Symphoniker. Die eigentliche Kernverwaltung des Hauses umfasst lediglich
7 Stellen für Personalwesen, Haushalt, Controlling und Geschäftsführung. Daneben bestehen weitere
Stellen für den künstlerischen Betrieb, das Jugendtheater, die Öffentlichkeitsarbeit sowie weitere un-
mittelbar publikums- und produktionsbezogene Aufgaben.
Vor diesem Hintergrund ist festzustellen: Ein Verhältnis von „90 Verwaltungsmitarbeitern zu 51 Musi-
kern“ hat am Brandenburger Theater weder heute noch in der Vergangenheit bestanden. Wer eine
solche Behauptung aufstellt, verkennt entweder die tatsächlichen Strukturen eines modernen Thea-
terbetriebes oder nimmt eine irreführende Darstellung der Verhältnisse in Kauf.
Gerade in der gegenwärtigen Situation ist ein verantwortungsvoller Umgang mit Fakten von beson-
derer Bedeutung. Das Land Brandenburg und die Kommunen befinden sich in schwierigen Haushalts-
beratungen. Gleichzeitig stehen die Neuverhandlungen des Theater- und Orchesterrahmenvertrages
sowie des Finanzausgleichsgesetzes bevor. Die Finanzierung der Theater- und Orchesterlandschaft im
Land wird in den kommenden Monaten maßgeblich diskutiert werden. Der Aufsichtsrat erwartet des-
halb von allen Beteiligten eine sachliche und faktenbasierte Debatte.
Pauschale und offensichtlich unzutreffende Aussagen über angeblich überbordende Verwaltungs-
strukturen schaden dem Ansehen unseres Hauses. Sie erwecken den Eindruck, Kunst und Kultur wür-
den am Brandenburger Theater nur eine untergeordnete Rolle spielen. Das Gegenteil ist der Fall. Das
Brandenburger Theater versteht sich als kulturelles Zentrum der Stadt und der Region. Die Branden-
burger Symphoniker, das Musiktheater, Eigenproduktionen, das Jugendtheater, die Bürgerbühne so-
wie zahlreiche Bildungs- und Vermittlungsangebote prägen das kulturelle Leben unserer Stadt und der
Region.
Besonders hervorzuheben ist, dass das Theater seit Jahren mit den zur Verfügung stehenden kommu-
nalen und Landesmitteln verantwortungsvoll wirtschaftet. Die Mitarbeitenden aller Bereiche leisten
hierzu ihren Beitrag. Dies gilt in besonderem Maße für die Musikerinnen und Musiker der Brandenbur-
ger Symphoniker, die seit mehr als einem Jahrzehnt über Haustarifverträge erhebliche finanzielle Bei-
träge zur Stabilisierung des Hauses erbracht haben. Dieser langjährige Verzicht verdient Anerkennung
und Respekt.
Der Aufsichtsrat steht geschlossen hinter den Beschäftigten des Brandenburger Theaters und den
Brandenburger Symphonikern. Wir werden uns weiterhin gemeinsam mit der Geschäftsführung, den
Beschäftigten, der Stadt Brandenburg an der Havel und dem Land Brandenburg dafür einsetzen, die
Zukunft des Theaters nachhaltig zu sichern.
Kultur lebt von Vertrauen, Verlässlichkeit und Fakten. Dazu wollen wir mit dieser Klarstellung
beitragen.
Daniel Keip
Vorsitzender des Aufsichtsrates
Brandenburger Theater GmbH
